Preissteigerungen für Bus und Bahn in Duisburg vermeiden!

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Der Rat der Stadt Duisburg möge beschließen:

1. Der Rat der Stadt Duisburg spricht sich dafür aus, die bisher in Duisburg geltende Preisstufe A2 mindestens solange beizubehalten, bis der, in der 3. Fortschreibung des Nahverkehrsplan beschriebene, Qualitätsstandart nicht nur auf dem Papier existiert, sondern tatsächlich erreicht wird. Der abgeschlossene Austausch des schienengebundenen Fuhrparks sei hier als Zeitpunkt herangezogen.

2. Der Oberbürgermeister wird beauftragt, das Votum des Rates der Stadt Duisburg dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) mitzuteilen und auf die Umsetzung dieses Beschlusses hinzuwirken.

Begründung:

Die Fraktion Junges Duisburg/DAL möchte die bestehende Preisstufe A2 im Tarifsystem für den Duisburger ÖPNV beibehalten. Es sprechen mehrere Gründe gegen die Einführung einer höheren und damit teureren Tarifstufe:

a.) Im Zuge der Aufstellung des neuen Nahverkehrsplans für den ÖPNV in Duisburg kommt es in einigen Teilen der Stadt zu einer erheblichen Verschlechterung des DVG-Angebots. Das Unverständnis und der Ärger der Bürger über diese Maßnahmen sind spürbar und sollten nicht noch durch eine Ticketpreiserhöhung um bis zu 10%, die durch eine neue Tarifstufe droht, angeheizt werden. Auch die geplanten Änderungen, die im Zuge der Beratungen in den Bezirksvertretungen hinzugekommen sind und zur Beschlussfassung anstehen, können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der neue Nahverkehrsplan keine wesentlichen Verbesserungen vorsieht. Dabei gilt: Der Preis für Bus- und Bahnnutzung in Duisburg muss sich an der Qualität orientieren.

b.) In den Städten, in denen die Preisstufe A3 zur Anwendung kommt, ist der ÖPNV dichter getaktet und es gibt ein größeres Angebot an Bus- und Bahnlinien. Die Möglichkeiten sich beispielsweise mit Nachtexpressen durch Essen und Düsseldorf zu bewegen, sind deutlich besser ausgebaut als es in Duisburg der Fall ist.

c.) Das bisherige Angebot der Straßenbahnlinien ist auf Kante genäht. Der Investitionsstau bei den Straßenbahnwagen hat zu massiven Ausfällen bei der DVG geführt. Der Kauf neuer Bahnen steht zwar an, es dauert jedoch noch mehrere Jahre, bis es zu spürbaren Verbesserungen im Straßenbahnpool der DVG kommt. Die Linien können zum Teil nur mit Schienenersatzverkehr bedient werden. Den Bürgern hier die Tarifstufe A3 zu zumuten, obwohl es immer wieder zu Ausfällen und Verspätungen bei der DVG kommt, ist schwer vermittelbar.

d.) Das, der Einstufung der Städte in die Tarifstufen zugrundeliegende „Gutachten“ wird derzeit durch den ursprünglichen Verfasser, die Marketing-Beratung Probst & Consorten, aktualisiert. Auch dieser Prozess darf abgewartet werden.

Statt einer fragwürdigen Preiserhöhung ist es wichtiger, die bisherigen Probleme der DVG anzupacken und Lösungen für einen modernen zukunftsorientierten ÖPNV zu entwickeln: Barrierefreiheit an allen Bus- und Bahnstationen, objektive und subjektive Sicherheit und Sauberkeit im ÖPNV, eine moderne Ausstattung der DVG, großstädtische Taktfrequenzen, Anbindung auch entlegener Ziele innerhalb des Stadtgebietes und Pünktlichkeit müssen im Vordergrund stehen.

Beste Grüße

gez. Stephan Wedding

Fraktionsvorsitzender