Junges Duisburg/DAL: OB hat Chance zu spät erkannt

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Duisburg. Was in anderen Kommunen seit Jahren gelebte Praxis ist, hält nun auch in Duisburg endlich Einzug. Die Rede ist von der digitalen oder papierlosen Ratsarbeit. Künftig werden Ratsmitglieder und Bezirksvertreter mit einem iPad ausgestattet, so der Plan der Stadtverwaltung. Über eine App können die Vorlagen gelesen und individuell bearbeitet werden. Startpunkt der digitalen Ratsarbeit ist sofort. Die App ist bereits herunterzuladen und zur Anwendung bereit. „Die technischen Entwicklungen lassen sich auch in Duisburg nicht aufhalten“, freut sich Junges Duisburg/DAL-Fraktionsvorsitzender Stephan Wedding über die Einführung der papierlosen Ratsarbeit. Seine Fraktion hatte bereits im Jahr 2016 einen entsprechenden Antrag gestellt und immer wieder mit Anfragen das Thema wach gehalten. „Wir freuen uns, dass es nun endlich kommt und für Einsparungen und Verbesserungen sorgen wird“, sagt Wedding.

Die Vorteile für die papierlose Ratsarbeit liegen auf der Hand: Tausende Seiten von Papier können eingespart werden, die Umwelt wird geschont, einige Tausend Euro Porto können gespart werden und die Arbeitsweise der Ratsmitglieder und Bezirksvertreter wird mit einem iPad deutlich flexibler und erhöht die Arbeitseffizienz. „Ob dann auch die Argumente und Entscheidungen besser werden, muss abgewartet werden“, sagt Stephan Wedding mit einem Schmunzeln.

Rückblick: 2012 hatte die Stadtverwaltung den jährlichen Einspareffekt auf 186.500 Euro beziffert. „Jahrelang wurde durch das Beibehalten des Druck-, Versand- und Papierbetriebes Geld aus dem Fenster geworfen, was uns an anderen Stellen fehlt“, kritisiert Wedding den aus seiner Sicht viel zu späten Umstieg. „Der OB hat hier eine Chance für Duisburg auf eine Vorreiterrolle in der kommunalen Familie verpasst. Wir sind wie so oft Getriebener der digitalen Entwicklung“, meint Wedding.