500.000 Euro besser in faire Bürgerbeteiligung investiert Wedding: Handeln und Reden passen nicht zusammen

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Duisburg. Knapp drei Wochen vor dem Bürgerentscheid zum DOC präsentierte Immobilienmogul Kurt Krieger seine Pläne für das Gelände. Im ersten Schritt sollen 80 bis 100 Läden mit einer Verkaufsfläche von 15.000 Quadratmetern entstehen. Für die Werbekampagne gibt der Berliner 500.000 Euro aus. „Leider gibt es eine Differenz zwischen Handeln und Reden bei Kurt Krieger“, sagt JuDu/DAL-Fraktionsvorsitzender Stephan Wedding. Konkret weist er auf die nicht vorhandene Transparenz und mangelhafte Informationspolitik bei dem Projekt hin und macht dies am konkreten Beispiel fest. Seine Fraktion habe im Januar und Februar regelmäßig versucht Kontakt zu Krieger und seiner Immobilienfirma aufzunehmen. Ergebnis: ein Termin sei vereinbart und dann kurzfristig abgesagt worden. Ein neuer Termin sollte vereinbart werden, so war es vom Büro Krieger mitgeteilt worden. „Darauf warten wir bis heute“, zeigt sich Wedding enttäuscht. Umgang und Stil sei eines solchen Großprojektes unwürdig. Bürgerbeteiligung habe gar nicht stattgefunden. Daran ändere auch eine 500.000 Euro-Kampagne nichts, die außer ein paar bunten Bildern und Ballons nur Blendgranaten werfe.

„Wir haben schon im Februar gesagt, dass durch diese Art der Vorgehensweise Widerstand produziert wird“, so Wedding. Dies sei ein Paradebeispiel für eine bürgerferne Stadtentwicklungspolitik. „Stadtentwicklungspolitik muss immer die Interessen von Investor, Grundstückseigentümer und Bürgerschaft abgleichen und zu einem gangbaren Weg vereinigen, aber beim DOC geht es nur um die Geschäftsinteressen von Kurt Krieger“, kritisiert Stephan Wedding. Stadtentwicklungspolitik werde in Duisburg leider von Oberbürgermeister Link und der SPD als Sturzgeburt in Hinterzimmern betrieben. Es fehlten Langfristigkeit, Nachhaltigkeit und Sinnhaftigkeit, wodurch die Akzeptanz durch die Bürgerschaft verloren werde. „Die 500.000 Euro wären besser in eine faire Bürgerbeteiligung am Prozessbeginn investiert worden“, meint Wedding. Seine Fraktion fühle sich in ihrer Ablehnung des Projektes durch das Investorenverhalten bestätigt.