CiBo-System macht ÖPNV attraktiver

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Duisburg. Der VRR und mit ihm die DVG steigen spätestens ab dem Jahr 2020 in ein völlig neues Bezahlsystem ein. Das CiBo-System (Check-in/Be-out) soll für eine deutliche Vereinfachung und bessere Nachvollziehbarkeit bei den Ticketpreisen führen. Konkret: Mit dem neuen CiBo-System benötigen Kunden keinerlei Tarif- oder Ticketkenntnisse mehr, sondern können Bus und Bahn spontan nutzen, ohne sich auf eine bestimmte Verbindung festlegen zu müssen. Das System erfasst – über die mitgeführte Smartphone-App – die Fahrten und Fahrtenketten und berechnet automatisiert den Fahrpreis. Das neue Ticketing-System soll in Nordrhein-Westfalen sowohl bei den Eisenbahnen als auch im kommunalen Nahverkehr genutzt werden können. Mit dem neuen Fahrgastinformations- und Ticketsystem mit Check-in/Be-out-Funktion sollen auch Fahrgäste zusteigen, denen Bus- und Bahnfahren bislang zu kompliziert war.

Die Ratsfraktion Junges Duisburg/DAL begrüßt die Umstellung auf ein kilometergenaues Bezahlen in Bussen und Bahnen der DVG. Fraktionsvorsitzender Stephan Wedding weist auf einen noch nicht geklärten, aber keineswegs unwichtigen Sachverhalt hin: „Wie wird die Entfernung berechnet?“ Mindestens zwei Varianten sind vorstellbar: a) die zurückgelegten Streckenkilometer mit dem Bus oder Bahn oder b) die tatsächliche Luftlinie zwischen Einstiegs- und Ausstiegsort werden berechnet. „Wir sprechen uns ganz klar für den Luftlinientarif aus, weil er  zwischen Einstiegs- und Ausstiegshaltestelle berechnet wird – also der kürzesten Entfernung.“ Damit würde nur für die wirkliche Entfernung, nicht für den verkehrsnotwendigen Fahrweg bezahlt. „Jeder kennt solche Haltestellen, die räumlich nur wenige Kilometer entfernt liegen, wo der Bus aber noch die dreifache Strecke Umweg macht. Aber, da kann der Kunde nichts für, deswegen sollte er das auch nicht bezahlen müssen“, erläutert Stephan Wedding. Wedding will sich als Duisburger Mitglied der VRR-Verbandsversammlung für den Luftlinientarif stark machen. „Diese Tarifierung würde das CiBo-System und damit den öffentlichen Personennahverkehr für die Menschen noch nachvollziehbar und damit attraktiver machen“, meint Wedding.