Beitragsfreies Kita-Jahr findet Zustimmung

Krebs - Querformat -Startseite

Duisburg. Ab 2020 soll ein zweites beitragsfreies Kindergartenjahr eingeführt werden. Dies kündigte die NRW-Regierung in der letzten Woche an. „Die Entlastung der Familien ist zu begrüßen“, freut sich Fraktionsvorsitzender Stephan Wedding über den familienpolitischen Entlastungskurs auf Landesebene. Leider sei auf kommunaler Ebene bisher keine Entlastung der Familien wahrzunehmen.

Im November hatte die Fraktion Junges Duisburg/DAL bereits im Zuge der Haushaltsberatungen ein zweites beitragsfreies Jahr gefordert und dazu Umschichtungen im Haushalt vorgeschlagen. „Wenn dieser Vorschlag eine Mehrheit gefunden hätte, hätten Duisburger Eltern in Duisburg jetzt sogar drei beitragsfreie Kindergartenjahre“, unterstreicht Wedding den verpassten Paradigmenwechsel in Duisburg. Die Stadt werbe zwar stets um neue Einwohner, aber biete ihnen und den bereits in Duisburg lebenden dann hohe Grundsteuern und eine im Landesvergleich teure Kinderbetreuung an. „Ein gutes Angebot für Familien sieht sicher anders aus“, merkt Wedding an.

Die Forderung einiger Vertreter von Sozialverbänden nach Einführung einer Kita-Pflicht steht die Fraktion Junges Duisburg/DAL sehr kritisch gegenüber. „Hierzulande favorisieren den Kindergartenzwang häufig jene, die angeblich die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund verbessern oder überforderten Eltern helfen wollen. Diese richtigen Ziele werden wohl kaum mit Zwang erreicht werden. Denn ohne die Kooperation der Eltern und auch der Kinder geht wenig bis gar nichts“, unterstreicht Wedding. Seine Mitstreiter und er sehen in der Wahlfreiheit der Eltern bei der Kinderbetreuung ein hohes Gut. „Wir sollten die Freiheit, die Verantwortung und Entscheidungsfindung der Eltern stärken, anstatt eine zwangsverordnete staatliche Kita-Betreuung zu etablieren“, so Wedding. Nicht ganz ohne Eigeninteresse forderten einige Sozialverbände die Kita-Pflicht. „Wer hat nicht gerne ein gutes und planbares Geschäftsmodell“, formuliert Wedding Klartext.