Anfrage: Rettungswageneinsätze in Duisburg

Anfrage

Die Notaufnahmen in Duisburg müssen immer mehr Notfälle behandeln. Dabei handelt es sich jedoch oft nicht um klassische Notfallpatienten – sprich Patienten mit Akuterkrankungen, deren Behandlung umgehend eingeleitet werden muss, da akute Gefahr für die Gesundheit oder sogar das Leben des Patienten besteht. Leider nutzen viele Patienten die Notaufnahme, da ein Termin beim Facharzt erst in geraumer Zeit vergeben wurde. Dieses Patientenkollektiv gibt in Umfragen sogar an, dass sie darum wissen, kein Notfallpatient zu sein (vgl. PiNo-Nord-Studie des Klinikums Hamburg-Eppendorf).

Dieses bundesweite Problem führt zu deutlichen Verzögerungen des Arbeitsablaufes auch in den Duisburger Notaufnahmen, so dass akute Notfälle zum Teil nicht sofort gesehen werden können. Zudem berichten auch die örtlichen Rettungsdienste über einen deutlichen Anstieg der Anfragen an die Notfallnummer „112“ mit der Bitte um Beförderung in das nächstgelegene Krankenhaus. Ist der Rettungsdienst einmal gerufen, ist dieser auch verpflichtet, den rufenden Patienten in die Notaufnahme zu verbringen – auch im Falle eines medizinischen Bagatellfalls, der auch durch Behandlung des ambulanten Sektors am Folgetag therapiert werden kann. Die Diagnosestellung und somit in der Regel auch die schriftliche Einordnung und Kategorisierung erfolgt erst durch den behandelnden Arzt in der Notaufnahme.

Die Fraktion Junges Duisburg/DAL bittet um die Beantwortung folgender Fragen:

1. Wie oft wurde die Notfallnummer „112“ im Rahmen eines medizinischen Notfalls im Jahr 2017 im Vergleich zu den Vorjahren genutzt?

2. Wie häufig wurde der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer „116117“ genutzt?

3. Gibt es Planungen zu Befragungen der Patienten in Duisburger Notaufnahmen bzgl. der Selbsteinschätzung ihres Krankenbildes?

4. Die Einordnung, ob eine medizinische Notwendigkeit für den Transport durch den Rettungsdienst bestand, erfolgt durch den behandelnden Arzt in der jeweiligen Notaufnahme durch Unterschrift auf dem „Transportschein“. Diese Unterschrift kann verwehrt werden, wenn der Patient nicht als „Notfall“ eingestuft wird. In diesem Fall trägt der Patient die Kosten des Transportes selbst. Wie oft ist dies im Jahr 2017 eingetreten?

5. Wie hoch waren die Forderungen der Stadt Duisburg gegenüber Schuldnern, die sich aus diesen zuletzt genannten Fällen ergeben, im Jahr 2017?

6. Wie hoch ist die Summe der Forderungen aus e), die bislang nicht eingetrieben werden konnten?

Beste Grüße

gez. Stephan Wedding

Fraktionsvorsitzender