Wedding: Nahverkehr muss endlich großstadtgerecht werden

Stephan Krebs

Duisburg. Die Ausgestaltung des neuen Nahverkehrsplans für Duisburg ist eine Thematik, welche nicht nur mit intensiven Diskussionen bei den politischen Vertretern im Rathaus verbunden ist. Vielmehr wird das Resultat der Planungen das Leben und die Mobilität der Bürger von Duisburg für die nächsten Jahre, wahrscheinlich sogar Jahrzehn-te, beeinflussen. Neben dem streitbaren verwaltungsinternen Umgang mit diesem Thema gibt es auch eine Vielzahl von inhaltlichen Problemen mit dem vorgestellten Entwurf.

Aus diesem Grunde hat sich die Fraktion Junges Duisburg/DAL den Entwurf in Gänze noch einmal vorgenommen und jede einzelne Schwachstelle herausgearbeitet. Resultat dieses Vorgangs ist ein Änderungsantrag, welcher knapp zwanzig Kritikpunkte umfasst und in eine Vielzahl von Kategorien unterteilt ist. Neben allgemeinen Anmerkungen, welche die ausdrückliche Notwendigkeit einer Pünktlichkeits-, Sauberkeits- und Sicherheitsoffensive sowie eine Optimierung der Fahrgastinformationen unterstreichen, werden auch Veränderungen für Duisburg insgesamt wie auch für die einzelnen Stadtteile gefordert.

Für Duisburg insgesamt verlangt Junges Duisburg/DAL eine Taktangleichung der Duisburger U79 an die Düsseldorfer U79. Zudem wird für die Hauptlinien – U79, 901 und 903 – eine Taktung von mindestens 15 Minuten zu jeder Betriebszeit gefordert, was gerade in den Schwachverkehrszeiten zu einer Verbesserung führt. Die Nachtbuslinien am Sams-tagmorgen sollen von 5 bis 7 Uhr alle dreißig Minuten fahren, um Berufstätigen den Weg zur Arbeit zu erleichtern. Zusätzlich soll der Innenhafen besser ins ÖPNV-Netz integriert werden. „Der Innenhafen ist ein Aushängeschild, ein Hotspot von Arbeit und Freizeit für die Menschen und muss deshalb besser erreichbar sein“, unterstreicht Fraktionsvorsitzen-der Stephan Wedding.

In der Region Mitte sollen die Schülerverkehre zum Dellviertel nicht unnötig eingeschränkt, sondern die Friedrich-Wilhelm-Straße und das Landfermann-Gymnasium weiterhin angefahren werden. Ebenso werden die Haltestellen Regattabahn und Bertaallee weiterhin aus Sicht der Fraktion benötigt, damit insbesondere das Leistungszentrum an der Regatta-bahn, aber auch die dort ansässigen Sportvereine problemlos zu erreichen sind. Um Walsum nicht vom ÖPNV abzubinden, soll die Linie 903 ausgeweitet werden und bis zur Haltestelle „Watereck“ durchfahren. Zudem wird gefordert, dass die Linie SB40 zu den Hauptverkehrszeiten dreißigminütig verkehrt, um die Verbindung von Walsum zur Innen-stadt zu gewährleisten.

Eine Vielzahl von Anmerkungen bestehen zum Duisburger Süden. Hierbei geht es insbesondere um die Anbindung des Südens an die Nachbarstädte Düsseldorf und Krefeld, das Nachtbusnetz und Umsteigegarantien. Zudem sollen die Planungen bereits heute eine Teilfortschreibung zur optimalen Anbindung des sich in Entwicklung befindlichen Stadt-teils zwischen Wedau und Bissingheim vorsehen. Abschließend wird für Rheinhausen ergänzt, dass der lokale Bahnhof eine schnelle Verbindung über den Rhein nach Duisburg bietet. Deshalb muss geprüft werden, ob weitere Buslinien den Knotenpunkt anfahren können. Fahrten über die Rheinbrücken per Bus nach Duisburg sind in der Regel zeitintensiver.

Die Fraktion Junges Duisburg/DAL erachtet den Nahverkehrsplan als ein wichtiges und richtungsweisendes Instrument für die mobile Zukunft Duisburgs. Der aktuelle Entwurf ist nach Meinung der Fraktion eine Verbesserung, hat aber immer noch Ecken und Kanten. Der Ergänzungskatalog zeigt dies eindrucksvoll auf. Die Fraktion hofft, dass die Verwaltung die herangetragenen Änderungsvorschläge für den weiteren Umsetzungsprozess berücksichtigt.

Hier finden sie den Link zu unseren Antrag.