Moderner Nahverkehrsplan für Duisburg

Stephan Krebs

Der Rat der Stadt Duisburg möge beschließen:

Der Rat der Stadt Duisburg stimmt dem in der DS 17-0444 dargestellten Leistungsangebot mit folgenden Ergänzungen zu:

Pünktlich, sicher und stets informiert ankommen!

1. Die Pünktlichkeit von Bussen und Bahnen in Duisburg muss dringend mit einer umfassenden Pünktlichkeitsoffensive gesteigert werden. Hierzu sind Anstrengungen in den Bereichen Technik, Fuhrpark, Sicherheit, Fahrplangestaltung und Personal notwendig, die ohne Zweifel zu einem erhöhten Finanzeinsatz führen werden. Eine Abweichung von mehr als +2 Minuten vom Fahrplan soll bereits als Verspätung gelten.

2. Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit sind Grundlagen, um den Nahverkehr in Duisburg attraktiver zu machen. Sicherheitskonzepte sind zu überprüfen und wo nötig zu aktualisieren und anzupassen.

3. Die Fahrgastinformationen in Bussen und Bahnen einerseits und den Haltestellen andererseits muss verbessert und den heute technischen Möglichkeiten angepasst werden. Hierbei ist u.a. auf moderne Fahrgastanzeigen und W-LAN in allen Bussen und Bahnen zu achten.

Besser ankommen mit einem leistungsstarken Angebot!

Konkret: Duisburg

A) Eine Taktangleichung der Duisburger U79 an die Düsseldorfer U79 muss im Zuge dieses Nahverkehrsplanes umgesetzt werden.

B) Duisburg ist die fünfzehntgrößte Stadt Deutschlands. Als solche benötigen wir auf den Hauptlinien (U79, 901 und 903) zu jeder Betriebszeit mindestens einen 15-Minuten-Takt.

C) Eine engere Taktung (30-Minutentakt) der Nachtbuslinien am Samstagmorgen in der Zeit von 5 – 7 Uhr ist vorzunehmen, um den ÖPNV für Berufstätige, die am Samstag zur Arbeit müssen, attraktiver zu machen.

D) Das Stadtquartier Innenhafen steht für Modernität sowie für Arbeit und Freizeit in unmittelbarer Nachbarschaft. Die Verbindung an das ÖPNV-Netz muss gestärkt werden. Hierauf drängte bereits unser Antrag DS 16-0625. Deshalb: Die Linie 934 soll weiterhin über die Landfermannstraße fahren, um Innenstadt und Innenhafen zu verbinden. Die Ringlinie 1 soll zusätzlich den Innenhafen bedienen.

Konkret: Mitte

E) Die Schülerverkehre zum Dellviertel. Die Linie 933 soll weiterhin über die Friedrich-Wilhelm-Straße führen. Wie unter D beschrieben könnte die Linie 934 die Landfermannstraße vorbei an Stadttheater, City-Palais und Landfermann-Gymnasium, bedienen.

F) Zu prüfen ist, ob der Zooparkplatz für Schüler der Neudorfer Berufsschulen (des Friedrich-Albert-Lange Berufskollegs, des Kaufmännischen Berufskollegs Duisburg, des Gertrud-Bäumer-Berufskollegs und der PTA-Lehranstalt Duisburg) als P&R-Parkplatz gegen ein geringes Entgelt zur Verfügung gestellt werden könnte. Der Erwerb des Parktickets soll dabei gleichzeitig zur Fahrt mit der Straßenbahn der Linie 901 zwischen den Haltestellen Zoo/Uni und Duisburg Hauptbahnhof berechtigen. Die Parkzeiten sind mit dem Besuchsaufkommen im Zoo abzugleichen, sodass es nicht zu einem Parkplatzengpass für den Zoo kommt.

G) Die Haltestellen Regattabahn und Bertaallee sollen erhalten bleiben und weiterhin angefahren werden. Ohne diese Haltestellen wäre die gesamte Kruppstraße ohne Haltepunkt und dort ansässigen Sportvereinen (u.a. ASCD und DSV98) die Möglichkeit genommen, dass beispielsweise ihre Jugendlichen per Bus anreisen können. Betroffen wären auch das Strandbad Wedau, die Wasserski-Anlage und das Mezzomar.

Konkret: Hamborn und Walsum

H) Für die Bewohner Walsums ist eine Leistungsausweitung umzusetzen: Die Bahnen der Linie 903 soll immer mindestens bis zur Haltestelle „Watereck“ durchfahren, um Walsum an- und nicht abzubinden.

I) Die Linie SB40 soll zu Hauptverkehrszeiten in einem 30-Minuten-Takt verkehren. An den Wochenenden sollte sie ebenfalls verkehren, um Walsum mit der Duisburger Innenstadt zu verbinden. Zunächst wäre hier ein einstündiger Takt vorzusehen.

Konkret: Duisburger Süden

J) Eine verbesserte Anbindung des Duisburger Südens an den Düsseldorfer Norden (D-Wittlaer) im Nachtbusnetz am Wochenende sollte mit einem Taxibus erreicht werden. Hier ist auf eine Verknüpfung zwischen dem Netz der Rheinbahn und Duisburg-Huckingen/Hüttenheim zu achten, um dort einen Anschluss an das Duisburger Nachtbusnetz (NE 4 und 6) herzustellen. In diesem Zuge muss der Taxibus 11 auch die Haltestelle Kesselsberg anfahren.

K) Im Nahverkehrsplan muss aufgrund räumlicher und sozialer Nähe zwischen dem Duisburger Süden und Krefeld-Uerdingen eine direkte Verbindung berücksichtigt werden. Bei der Einrichtung dieser direkten Verbindung zum Bahnhof Uerdingen ist auf die Fahrtzeiten des SPNV am Bahnhof Uerdingen zu achten.

L) Eine Busverbindung von Wedau über Wanheimerort (Einzelhandelsstandort Fischerstraße) nach Hochfeld (Bethesda Krankenhaus) und weiter zum Lehmbruck Museum muss in den NVP Eingang finden. Hierbei ist die Anbindung von Bissingheim durch getaktete Umsteigemöglichkeiten erforderlich.

M) Die Anbindung von Ungelsheim an die Haltstelle Mannesmann/Tor 2 zur Straßenbahnlinie 903 und zum Nahversorgungszentrum Mündelheimer Straße muss mit einer direkten Verbindung verbessert werden.

N) Umstiegsgarantien sind an der U79-Haltestelle Sittardsberg zur Linie Süd 1, an der U79-Haltestelle Münchener Straße zu den Buslinien Süd 2 bzw. 3 und an der U79-Haltestelle Kesselberg vorzusehen.

O) Die Planungen mögen bereits heute eine Teilfortschreibung zur optimalen Anbindung des sich in Entwicklung befindlichen Stadtteils zwischen Wedau und Bissingheim – durch zusätzliche Linien oder Veränderungen der bestehenden Linienwege oder -taktungen – vorsehen.

Konkret: Rheinhausen

P) Der Bahnhof Rheinhausen bietet eine schnelle Verbindung über den Rhein nach Duisburg. Deshalb muss geprüft werden, ob weitere Buslinien den Knotenpunkt anfahren können. Fahrten über die Rheinbrücken per Bus nach Duisburg sind in der Regel zeitintensiver.

Beste Grüße,

gez. Stephan Wedding
Fraktionsvorsitzender