Krebs: „Gut gemeint ist nicht gut gemacht“ Duisburger Appell sorgt für Irritationen

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Duisburg. Der „Duisburger Appell“ ist seit einigen Tagen veröffentlicht und sorgt für Irritationen. Ziel des Appells sollte es sein, am Weltflüchtlingstag ein Bekenntnis der Duisburger Stadtgesellschaft zum Asylrecht und zur Mitmenschlichkeit im Umgang mit Flüchtlingen abzugeben. „Wir finden die Initiative des Oberbürgermeisters und des Runden Tisches Asyl gut, sind aber vom Verfahren sehr enttäuscht“, sagt Junges Duisburg/DAL-Fraktionsvorsitzender Stephan Krebs. Die Enttäuschung seiner Fraktion begründet sich darin, dass große Teile der politischen Akteure der Stadt nicht eingebunden waren. „Wenn der Oberbürgermeister einen solchen Appell initiiert, müssen auch die politischen Vertreter eingebunden werden, um die maximale Wirkung eines solchen Appells zu erzielen. Leider wurde offenbar nur in SPD-Kreisen für den Appell Werbung geworben.“ Beim Blick in die Unterzeichnerliste fällt tatsächlich auf, dass nur SPD-Größen als Unterzeichner auftreten.

„Appell erlangt nur XS-Niveau“
Das Vorgehen des Oberbürgermeisters beschädige den „Duisburger Appell“ und seine berechtigten Anliegen, weil ein großer Teil der politischen Akteure in den Prozess nicht eingebunden wurden. „Durch diese Vorgehensweise ist der Appell in seiner Größe auf XS-Niveau geschrumpft, aber er hätte XXL-Niveau verdient“, unterstreicht Vize-Fraktionschef Rainer Grün. Nur wenn die gesamte Stadtgesellschaft eine solche Initiative unterstütze, könne sie eine maximale Wirkung entfalten. „Aber wir wurden – wie einige andere Fraktionen – nicht einmal gefragt“, ist Grün über das Verfahren enttäuscht.

JuDu/DAL: Aufklärung erforderlich
Die Fraktion Junges Duisburg/DAL hat in ihrer Sitzung am gestrigen Mittwoch das Prozedere rund um den „Duisburger Appell“ beraten. Auf offiziellem Wege hat die Fraktion der Appell bisher noch gar nicht erreicht. „Ein wirklich bemerkenswertes Vorgehen, denn auch in der Ratssitzung am Montag wurde über das Thema kein Wort verloren“ merkt Krebs an, „aber spätestens dort wäre es an der Zeit gewesen.“ Für seine Fraktion ergeben sich einige Fragen und es sei klar, dass seine Fraktion Aufklärung vom OB in der Angelegenheit erwarte. Der Sachverhalt werde in jedem Fall von der Fraktion Junges Duisburg/DAL politisch aufgearbeitet und thematisiert. „Denn“, so Krebs abschließend, „das Thema Asyl sei zu bedeutend, um es zu politischen Ränkespielen zu nutzen. Der Eindruck, dass genau dies hier aber geschehen sei, drängt sich auf!“