Kostenlos ins Museum

Antrag

Der Rat der Stadt möge beschließen:
Die städtischen Museen – das Kultur- und Stadthistorische Museum am Innenhafen sowie das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt in Ruhrort – erheben fortan keinen Eintritt mehr.

Begründung:
Der größte Museumskomplex der Welt, die Smithsonian Museen in Washington D.C./ USA, nehmen keinen Eintritt. Die Nationalmuseen in London und vielen anderen britischen Städten ebenfalls nicht. Die Folge: Museen spielen im Leben der Bevölkerung eine große Rolle. Es gehen nicht nur mehr Menschen ins Museum, sondern sie gehen öfter, gelassener, entspannter, auch nur für 20 oder 30 Minuten.
Das Hauptargument für die unter Margaret Thatcher in England erkämpfte Kultur des freien Eintritts: Die Kunst der Museen gehört dem Volk, sie wird mit seinen Steuermitteln erworben, gepflegt und ausgestellt. Es ist absurd, Geld für die Besichtigung von Werken zu verlangen, die den Besuchern ja ohnehin schon gehören.

Viele Ruhrgebietsstädte sind dem Trend bereits gefolgt. Exemplarisch seien hier das Josef-Albers-Museum „Quadrat“ in Bottrop, das Wasserschloss Kemnade in Bochum, die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache in Dortmund sowie das Museum Folkwang in Essen genannt. Die Kultur des freien Eintritts soll fortan auch in den Duisburger städtischen Museen gepflegt werden.
Da das Kassenpersonal (von einer Fremdfirma eingekauft) fortan nicht mehr bezahlt werden muss, ist die Maßnahme auch mindestens haushaltsneutral: Bei nur 8.143 verkauften Einzel- und Gruppenkarten im Kultur- und Stadthistorischen Museum und 12.024 Karten im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt (im Gegensatz zu 16.878 bzw. 21.100 ausgegebenen Freikarten) im Jahr 2014 werden sich die ausgefallenen Eintrittsgelder durch die eingesparten Kosten für das Kassenpersonal mehr als neutralisieren. Statt Entrichtung eines Eintrittsgeldes sollen die Besucher aber gebeten werden, eine angemessene Spende für ihren Museumsbesuch in eine Spendenbox einzuwerfen, die im Ausgangsbereich der Museen steht.

Zu prüfen ist, ob Sonderausstellungen wegen der mit ihnen oft verbundenen hohen Kosten von der neuen Regelung ausgenommen sein sollen.

Beste Grüße,
gez. Stephan Krebs
Fraktionsvorsitzender

(10.05.2016)