„Klage ist Konjunkturprogramm für Onlinehandel“

beltermann HP kleiner

Duisburg. Gemütliches Bummeln und Einkaufen am Wochenende – zusätzlich zu den geöffneten Geschäften am Samstag sollen die regelmäßig stattfindenden verkaufsoffenen Sonntage das attraktive und angenehme Einkaufserlebnis in der Innenstadt weiter stärken. Doch genau dieses Angebot ist nun in Gefahr: Die Gewerkschaft Verdi klagt per Eilantrag gegen alle verkaufsoffenen Sonntage der Stadt Duisburg. Die Begründung: die verkaufsoffenen Sonntage seien nicht gesetzeskonform und unterlägen miserablen Planungen. Der Vorstoß zur Abschaffung der Einkaufssonntage wird von der Ratsfraktion Junges Duisburg/DAL scharf kritisiert.

Die Fraktion Junges Duisburg/DAL reagiert entsetzt auf die Vorgehensweise der Dienstleistungsgewerkschaft. „Wir empfinden die Klage als Anschlag gegen die Duisburger Einzelhändler“, äußert sich Ratsmitglied Oliver Beltermann aufgebracht. Dabei richtet der 32-jährige seinen Blick auf die Stadtteilzentren. „Gerade diese blühen an den verkaufsoffenen Sonntagen auf und sichern sich Umsätze, die andernfalls komplett an ihnen vorbeigehen“, unterstreicht Beltermann die Bedeutung der verkaufsoffenen Sonntage aus Sicht der Gewerbetreibenden.

Die Fraktion sieht die Problematik der Abschaffung von verkaufsoffenen Sonntagen jedoch auch an einer anderen Stelle: Der örtliche Einzelhandel, welcher ohnehin unter großem Druck durch den aufstrebenden Onlinehandel stehe, würde weiter an Attraktivität verlieren – während der Online-Handel weiter gestärkt werden würde. „Wir sprechen ständig über die Stärkung der Innenstadt, da ist diese Klage das absolute Kontrastprogramm“, so Beltermann weiter. Die Abschaffung der verkaufsoffenen Sonntage würde dazu führen, dass die Menschen verkaufsoffene Sonntage in  Nachbarstädten verstärkt nutzen würden. Das muss aus Sicht der Fraktion im Interesse Duisburgs zwingend verhindert werden.

Zwei Dinge fordert die Fraktion: 1) Der Landesgesetzgeber müsse Klarheit schaffen und eine eindeutige Rechtslage schaffen, die Klagen dieser Art unmöglich mache. 2) Die Gewerkschaft solle ihre Klage überdenken und zurückziehen, da sie arbeitnehmer- und arbeitsplatzfeindlich sei. „Es gibt viele Menschen, die gerne sonntags arbeiten, um sich Zuschläge zu verdienen“, weist Beltermann noch auf einen Umstand aus der Praxis hin. Außerdem gefährde ein Wegfall aller verkaufsoffenen Sonntage in Duisburg Arbeitsplätze im örtlichen Einzelhandel. „Kann das die Gewerkschaft wollen?“, fragt Beltermann abschließend.