Jugendzentren zukunftsfest machen
Krebs: „Trägerstrukturen intelligent umbauen“

Stephan Krebs

Duisburg. Er ist nur wenige Zeilen lang, der jüngste Antrag der Fraktion Junges Duisburg/DAL, aber er hat es in sich. Darin fordert die Ratsfraktion eine nachhaltige Umstrukturierung der Trägerstruktur der Duisburger Jugendzentren. Bisher werden 17 Jugendzentren von der Stadt und 25 Jugendeinrichtungen freier Trägern (u.a. DRK, katholische und evangelische Kirche und AWO). Die Sparliste der Stadtverwaltung sieht die Schließung von zwei städtischen und zwei in freier Trägerschaft befindlichen Einrichtungen vor.

„Die Stadtverwaltung investiert zu wenig Kreativität, um mit einem nachhaltigen Umbau die vorhandenen Strukturen intelligent an die heutigen Rahmenbedingungen anzupassen“, monierte JuDu/DAL-Fraktionsvorsitzender Stephan Krebs. Aus diesem Grund schlägt seine Fraktion vor, die Struktur der Trägerschaft dauerhaft zu verändern.

„Wir wollen langfristig einen Trägerverein installieren, eine Art Holding, die aus Stadt und freien Trägern gebildet wird und alle Jugendzentren aus einer Hand führt und betreut“, erläuterte Krebs. „In Zeiten wie diesen hätten sich Doppelstrukturen überlebt, es sei nicht nachvollziehbar, wieso sich städtische und freie Jugendeinrichtungen teilweise nahezu Tür an Tür Konkurrenz machen.“

Die Stadt Köln mache vor, wie Jugendpolitik aus einer Hand gemacht werde: Durch einen intelligenten Umbau bestehender Strukturen werde eine Verschlechterung des Angebotes für Jugendliche verhindert und trotzdem eine finanzielle Entlastung für die Stadt erreicht. Die Stadt gebe derzeit rund 5 Millionen Euro für die 17 Jugendzentren aus, während die freien Träger von der Stadt für 25 Einrichtungen knapp 1,3 Millionen Euro Zuschuss erhielten (Zahlen von 2012). Der Grund für die Sparsamkeit der freien Träger? Zum Einen könnten Kirchen und Wohlfahrtsverbände auf ehrenamtliche Strukturen zurückgreifen, die es so für eine Stadt nicht gebe. „Zum Anderen dürften die freien Träger nach dem Umbau der Strukturen ruhig auch etwas mehr Zuschuss bekommen – unterm Strich wird bei zumindest gleichbleibender Leistung trotzdem gespart werden“, so Krebs.

Seiner Fraktion sei bewusst, dass ein solcher Einschnitt nicht über Nacht vorgenommen werde könne. Das sei ein Prozess, der über mehrere Jahre andauere und natürliche Fluktuationen, beispielsweise von Mitarbeitern, nutzen müsse, „aber wir sollten endlich damit beginnen“, unterstreicht Krebs. Am Montag tagt der Jugendhilfeausschuss und wird sich mit dem Antrag befassen, der enormes Veränderungspotenzial bietet. „Ich freue mich auf eine sicher kontroverse, aber hoffentlich auch konstruktive Diskussion“, blickt Krebs auf Montag.