Beltermann: Abwassergebühren müssen überprüft werden

Beltermann - Querformat

Duisburg. Wenn ein Brief von der Stadtverwaltung oder dem Vermieter im Briefkasten liegt, enthält dieser in der Regel keine allzu erfreulichen Informationen. Ist es dann auch noch die jährliche Betriebskostenabrechnung oder der Grundbesitzabgabenbescheid, kommt meist sogar Frust auf. Irgendwelche Gebühren haben sich gewiss wieder erhöht und die daraus resultierende Nachforderung reißt ein Loch in die Haushaltskasse. Viele Duisburgerinnen und Duisburger reiben sich speziell bei den Schmutzwassergebühren die Augen. Insbesondere, wenn man in den städtischen Vergleich schaut. Denn unter den einhundert größten Städten Deutschlands belegt Duisburg nur den 64. Platz – unteres Mittelfeld.

Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Eigentümerverbandes „Haus & Grund“: dem Abwassergebührenranking 2017. Das Ranking vergleicht die jährlich anfallenden Kosten für einen Schmutzwasserverbrauch von 178,12 m³ in deutschen Städten. Diese Menge verbraucht eine vierköpfige Familie durchschnittlich im Jahr. In Duisburg zahlt ein solcher Vierpersonenhaushalt Gebühren in Höhe von 546,64 €.

Dies ist verwunderlich, wie die Fraktion Junges Duisburg/DAL meint. „Die verdichtete Bebauung der Stadt müsste eigentlich zu deutlich niedrigeren Kosten führen. Wir sind vom Ergebnis der Studie überrascht“, sagt Ratsherr Oliver Beltermann. „Die Höhe der Nebenkosten ist ein Standortfaktor und beeinflusst die Lebensqualität in der Stadt. Gute Argumente für Duisburg sehen sicher anders aus“, führt der Ratsherr weiter aus. Zum Vergleich: In Ludwigsburg, dem Spitzenreiter im Ranking, liegen die jährlichen Kosten für einen Vierpersonenhaushalt bei nur 261,81 €. Auch die Städte aus dem näheren Umfeld verlangen deutlich weniger Gebühren. Düsseldorf, auf dem 14. Platz, liegt beispielsweise bei nur 374,90 €.

Der Fraktion ist klar: Hier besteht Handlungsbedarf seitens der Verwaltung. Dass die Ergreifung von Maßnahmen zur Verbesserung dieser Lage Erfolge verspricht, zeigt die Stadt Salzgitter. Vor Jahren noch am Ende der Skala aufzufinden, haben Optimierungsmaßnahmen vor Ort zu einer Kostenreduzierung geführt. Mittlerweile befindet sich die Stadt im Ranking weit vor Duisburg. Die Fraktion Junges Duisburg/DAL sieht in der Entwicklung Salzgitters ein Vorbild und möchte anregen, dass sich auch hier intensiver mit dieser Thematik beschäftigt wird. Dazu wird sie Anträge und Anfragen für die entsprechenden Ausschüsse entwickeln